Kategorie News
Veröffentlicht 9. April 2026
Zuletzt aktualisiert 9. April 2026

Indiens neue Arbeitsgesetzbücher: Was Arbeitgeber und Beschäftigte wissen müssen

Indiens neue Arbeitsgesetzbücher: Was Arbeitgeber und Beschäftigte wissen müssen

Basierend auf aktuellen Berichten führender indischer Wirtschaftspublikationen, hat Indien eine umfassende Umstrukturierung seines Arbeitssystems vorgenommen, indem es 29 einzelne Arbeitsgesetze zu vier einheitlichen Arbeitsgesetzbüchern zusammengefasst hat. Der Code on Wages, der Code on Social Security, der Industrial Relations Code und der Occupational Safety, Health and Working Conditions Code stellen die bedeutendste Veränderung des indischen Arbeitsrechtsrahmens seit vielen Jahren dar. Diese Reformen gehören derzeit zu den meistgesuchten Themen unter indischen Beschäftigten, HR-Teams und global agierenden Unternehmen, die in Indien einstellen.

Die neuen Gesetze zielen darauf ab, den Arbeitnehmerschutz zu verbessern, die soziale Absicherung auszuweiten und die Compliance für Arbeitgeber zu vereinfachen. Sie führen jedoch auch wichtige Änderungen bei der Gehaltsstruktur, dem Nettogehalt, den Arbeitgeberbeiträgen und den Sozialleistungen ein.

Wesentliche Änderungen durch die neuen Arbeitsgesetzbücher

Eine einheitliche Definition des Lohns

Die neuen Arbeitsgesetzbücher führen eine einheitliche Definition des Lohns ein, die das Grundgehalt, die Teuerungszulage (Dearness Allowance) und die Haltezulage (Retaining Allowance) umfasst. Die meisten Zulagen und Erstattungen gelten nicht als Lohn. Diese Änderung wirkt sich auf die Berechnung des Provident Fund, der Gratuity und anderer gesetzlicher Leistungen aus.

Auswirkungen auf das Nettogehalt

Berichten zufolge könnten Beschäftigte eine Verringerung ihres Nettogehalts erleben, da nun ein größerer Teil ihrer Vergütung unter die Lohnkomponente fällt. Dies erhöht die Beiträge zum Provident Fund und zur Gratuity. Während das Nettogehalt sinken mag, steigen die langfristigen Ersparnisse und Altersvorsorgeleistungen.

Gratuity-Anspruch für mehr Beschäftigte

Die neuen Gesetzbücher weiten den Gratuity-Anspruch auf befristet Beschäftigte und Vertragsarbeitskräfte aus, die ein Jahr Betriebszugehörigkeit erreichen. Zuvor benötigten Beschäftigte fünf Jahre ununterbrochener Tätigkeit, um anspruchsberechtigt zu sein. Auch Gig-Worker und Plattformbeschäftigte erhalten erweiterten Zugang zu Sozialversicherungssystemen.

Verpflichtende Anstellungsschreiben und vereinfachte Verfahren

Die Gesetzbücher verpflichten Arbeitgeber nun dazu, allen Beschäftigten schriftliche Anstellungsschreiben auszuhändigen. Außerdem führen sie klarere Regeln für Entlassungen und Streitbeilegung ein. Die Compliance wird einfacher, da sich überschneidende Gesetze zu vier Gesetzbüchern vereinheitlicht wurden.

Vereinfachte Prozesse für Unternehmen

Unternehmen profitieren von einem stärker gestrafften Compliance-Rahmen. Allerdings müssen sie nun ihre Lohnstrukturen anpassen, Verträge aktualisieren, gesetzliche Beiträge überprüfen und sicherstellen, dass die Leistungen allen anspruchsberechtigten Beschäftigten unter den neuen Gesetzbüchern zugutekommen.

Was das für Unternehmen bedeutet, die in Indien einstellen

Die neuen Arbeitsgesetzbücher betreffen sowohl indische als auch internationale Unternehmen, die Arbeitskräfte in Indien beschäftigen. Arbeitgeber müssen neu bewerten, wie die Vergütung strukturiert ist, wie Leistungen erbracht werden und wie gesetzliche Beiträge berechnet werden. Remote-First- und global agierende Unternehmen müssen ihre Einstellungsmodelle überprüfen, um compliant zu bleiben.

Zu den Schlüsselbereichen, die Aufmerksamkeit erfordern, gehören:
• Gehaltsstrukturierung gemäß der neuen Lohndefinition
• Angepasste Beiträge zum Provident Fund und zur Gratuity
• Vertragsbedingungen für Festangestellte, befristet Beschäftigte und Gig-Worker
• Genaue Lohnabrechnungs- und Dokumentationsprozesse
• Compliance-Überwachung über die Bundesstaaten hinweg

Diese Veränderung erhöht die Bedeutung verlässlicher Compliance-Partner, die Arbeitgeber durch den Übergang begleiten können.

„Indiens neue Arbeitsgesetzbücher schaffen Klarheit für Arbeitgeber und stärkeren Schutz für Beschäftigte. Die Reformen fördern formelle Beschäftigung und schaffen ein strukturierteres Umfeld für Unternehmen, die Teams in Indien aufbauen möchten. Bei Wisemonk helfen wir Organisationen, diese Änderungen zu verstehen und sich an sie anzupassen, damit sie compliant bleiben und gleichzeitig ihre Teams mit Zuversicht weiter ausbauen können.“, sagt Aditya Nagpal, Gründer & CEO von Wisemonk.

Warum diese Reformen wichtig sind

Die neuen Arbeitsgesetzbücher spiegeln Indiens Bestreben wider, seine Arbeitsvorschriften zu modernisieren und für die heutige Beschäftigungslandschaft geeignet zu machen, die Remote-Arbeit, Gig-Arbeit und vertragsbasierte Rollen umfasst. Für Beschäftigte bieten die Reformen besser vorhersehbare Leistungen und größere Sicherheit. Für Arbeitgeber tragen sie zur Vereinfachung der Regulierung bei, erfordern jedoch Anpassungen bei Lohnabrechnung und Compliance.

Diese Reformen kommen zu einer Zeit, in der Indien ein wachsendes globales Interesse an Einstellungen verzeichnet. Unternehmen, die die neuen Regeln frühzeitig verstehen und sich an sie anpassen, werden besser positioniert sein, um starke Teams aufzubauen und die Compliance zu wahren.

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